Das Rätsel menschliches Verhalten scheint sich zu lichten:
Asperger [-Autisten] scheinen die Gefühle Angst (gesellschaftliche Scheu) und Mitleid nicht zu besitzen, die anscheinend die Navigation innerhalb der Gesellschaft überhaupt erst ermöglichen. Scheu scheint gesellschaftliche Abstoßung zu bewirken. Mitleid scheint das Gefühl zu sein, welches gesellschaftliche Anziehung bewirkt. Dabei scheint es sich um ein ähnliches Gefühl zu handeln wie jenes, das Philip K. D*ck in Blade Runner beschreibt:
"Jedenfalls schien die Mitleidsfähigkeit einen unbeschädigten Gruppeninstinkt vorauszusetzen; ein Einzelindividuum, etwa eine Spinne, hätte keine Verwendung dafür."
***
Ich war heute bei einem Videoabend der Kirche, einem gruseligen Kurztrip in die Welt des Abartigen für die angebliche Mitte der Gesellschaft. Keine richtigen Betroffenen sondern Videos, damit man den Grusel abschalten und nach Hause gehen konnte, falls es doch zu anstrengend würde. Das Thema war Missbrauch, was einmal wieder reduziert wurde auf das bildzeitungsmäßige "s*xueller Missbrauch von Kindern" und Betroffenheitsrhethorik.
Die Botschaft war:
"Missbrauch" ist in erster Linie "s*xueller Missbrauch" und geschieht durch den bösen Fremden.
"Missbrauch" kann durch Geld verhindert bzw. behoben werden.
Sowas gibt es hier ja nicht.
Daneben wurde wieder mal wieder in bester "Versöhnungsmanier" die Täter- und Opferperspektive verdreht. Für einen Asperger eine Lehrstunde in Gruppenkonsens.
Viel häufiger ist:
"Missbrauch" kann in den unbestreitbar grässlichen Fällen von sexueller Gewalt enden – beginnt aber immer bzw. wir bedingt durch ein Klima emotionaler Gewalt, z. B. Geringschätzung, Mobbing, Krankheit als Waffe etc.
Missbrauch kann durch "böse Fremde" verübt werden, geschieht zum größten Teil in den Familien und ist auch Voraussetzung oder Triebkraft, damit die Fassade der Familie erhalten bleibt.
Missbrauch kann durch Verwahrlosung begünstigt werden, hat aber primär mit Geld nichts zu tun, sondern mit Verhaltenskodizes, die als Ganzes, ebenso wie die genetische Veranlagung der Einzelmitglieder, vererbt werden. Opfer werden Täter. Missbrauch pflanzt sich fort, immer weiter, u. U. von Generation zu Generation.
Ich habe versucht, ein paar Informationen anzubringen, inmitten der Betroffenheitslyrik, die bequem ist, weil sie zumeist ohne Konsequenzen bleibt. (Erst reden, dann denken. Ein typisches Aspergerverhalten.) Hätte ich genügend Mitgefühl besessen, wäre mir anscheinend sehr schnell klar geworden, dass das Ziel der Veranstaltung war, etwas gegen Misshandlung zu bewegen, sondern sich berührt zu fühlen. Hätte ich einen Funken gesellschaftliche Scheu besessen, so hätte mich autistische Risikoblindheit überhaupt nicht dazu bewegen können, den Mund aufzutun.
Angesichts dieses Erlebnisses bin ich mir überhaupt nicht mehr so sicher, ob die angeblich "menschliche" Eigenschaft des Mitleids de facto so erstrebenswert sein sollte, bzw. ob der Asperger in häufigen Mitleidsunfähigkeit im Vergleich zum neurotypischen Spektrum tatsächlich so eingeschränkt ist.
Ich werde mich um geistliche Beratung bemühen, da ich in dieser Frage aus eigener Kraft erstmal nicht mehr weiter weiß.
Shakespeare, Richard III.
"Das wildste Tier ist doch des Mitleids fähig;
Ich habe keins, und bin darum kein Tier."
Weitere Fragen ...
Asperger [-Autisten] scheinen die Gefühle Angst (gesellschaftliche Scheu) und Mitleid nicht zu besitzen, die anscheinend die Navigation innerhalb der Gesellschaft überhaupt erst ermöglichen. Scheu scheint gesellschaftliche Abstoßung zu bewirken. Mitleid scheint das Gefühl zu sein, welches gesellschaftliche Anziehung bewirkt. Dabei scheint es sich um ein ähnliches Gefühl zu handeln wie jenes, das Philip K. D*ck in Blade Runner beschreibt:
"Jedenfalls schien die Mitleidsfähigkeit einen unbeschädigten Gruppeninstinkt vorauszusetzen; ein Einzelindividuum, etwa eine Spinne, hätte keine Verwendung dafür."
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Ich war heute bei einem Videoabend der Kirche, einem gruseligen Kurztrip in die Welt des Abartigen für die angebliche Mitte der Gesellschaft. Keine richtigen Betroffenen sondern Videos, damit man den Grusel abschalten und nach Hause gehen konnte, falls es doch zu anstrengend würde. Das Thema war Missbrauch, was einmal wieder reduziert wurde auf das bildzeitungsmäßige "s*xueller Missbrauch von Kindern" und Betroffenheitsrhethorik.
Die Botschaft war:
Daneben wurde wieder mal wieder in bester "Versöhnungsmanier" die Täter- und Opferperspektive verdreht. Für einen Asperger eine Lehrstunde in Gruppenkonsens.
Viel häufiger ist:
Ich habe versucht, ein paar Informationen anzubringen, inmitten der Betroffenheitslyrik, die bequem ist, weil sie zumeist ohne Konsequenzen bleibt. (Erst reden, dann denken. Ein typisches Aspergerverhalten.) Hätte ich genügend Mitgefühl besessen, wäre mir anscheinend sehr schnell klar geworden, dass das Ziel der Veranstaltung war, etwas gegen Misshandlung zu bewegen, sondern sich berührt zu fühlen. Hätte ich einen Funken gesellschaftliche Scheu besessen, so hätte mich autistische Risikoblindheit überhaupt nicht dazu bewegen können, den Mund aufzutun.
Angesichts dieses Erlebnisses bin ich mir überhaupt nicht mehr so sicher, ob die angeblich "menschliche" Eigenschaft des Mitleids de facto so erstrebenswert sein sollte, bzw. ob der Asperger in häufigen Mitleidsunfähigkeit im Vergleich zum neurotypischen Spektrum tatsächlich so eingeschränkt ist.
Ich werde mich um geistliche Beratung bemühen, da ich in dieser Frage aus eigener Kraft erstmal nicht mehr weiter weiß.
Shakespeare, Richard III.
"Das wildste Tier ist doch des Mitleids fähig;
Ich habe keins, und bin darum kein Tier."
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confused
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