Home

Advertisement

aspergergermany
21 June 2024 @ 12:55 am
Asperger Fun: The pervasive and complex developmental disorder of ...  
After the hugely successful Du bist Deutschland campaign, the Federal Ministry for the Protection of Flowerpots, Emotionally Handicapped and Diarrhea Prevention, in cooperation with Aktion Mensch has started a new social integration campaign, this time addressing the specific needs of Aspergers. This has been achieved by the government in order to fulfill its constitutional task of equal rights protection for the emotionally handicapped and sexual minorities as prescribed by Article 3 Par. 3 of the Grundgesetz in combination with § 2 of the Ninth Book of the Code of Social Laws (autism as emotional handicap).

Here's the winning advertisement:



***
Loads of rambling in German
 
 
aspergergermany
09 March 2008 @ 08:14 pm
Die alternative Art des Hörens  
Ich möchte Ihnen heute die alternative Art des Hörens an einem Beispiel verdeutlichen, auf das mich meine freundlichen Mitbewohner gebracht haben. Dankeschön. Bei Geräuschen hat man nämlich das Problem, dass man schlecht illustrieren kann. Ich habe das Lied gewählt, weil es extrem einfach gestrickt ist und in drei von einander eindeutig abgrenzbare Teile zerlegt werden kann.

Es handelt sich um das konstruiert wirkende Bleeding Love von Leona Lewis. … keep bleeding … keep keep bleeding love … keep bleeding keep keep bleeding 'na Sie wissen schon.

In diesem Lied hören wir drei Dinge:

  • Eine weibliche Singstimme, die eine Feuerwehrsirene nachahmt.


  • Einen dumpfen Beat, der so ähnlich klingt, wie wenn jemand auf ein Metallfass schlägt.


  • Ein elektronisches, am unteren Rand des Hörbaren angesiedeltes dissonantes Trägergeräusch, das klingt wie eine Kreuzung aus dem Summen von Hochspannungsgeräten und einer elektronisch verfremdeten Kirchenorgel. Es wirkt unangenehm und erzeugt deswegen Aufmerksamkeit.

    Neurotypische sind nun wahrscheinlich so gestrickt, dass sie zuerst auf die Stimme achten. Sie hören also wahrscheinlich


    Singstimme
    Trägergeräusch (unhörbar)

    Beat


    Asperger hingegen hören eher so:


    Feuerwehrsirene
    (Singstimme)

    Trafohäuschen
    (Fass)


    Für Autisten ist das, was die Singstimme sagt, das, was zuletzt erschlossen wird. Für sie ist das Trägergeräusch gewissermaßen "Voraussetzung", um die Stimme hören zu können. Da beim Selber-Singen das elektronische Geräusch fehlt, klingt die selbst gesungene Variante langweilig und abgedroschen. Da Neurotypische das Trägergeräusch aber wahrscheinlich "nicht hören", bedeutet es, unter Umständen, dass Sie in Wirklichkeit für das Geräusch eines Trafohäuschens schwärmen könnten und sich anhören könnten wie eine wandelnde Feuerwehrsirene.

    Da sehen Sie mal, wie Sie veralbert werden.

    Asperger haben keinen Humor.

    Das Blog
  •  
     
    aspergergermany
    05 January 2008 @ 03:41 pm
    Der Ärztehasser-Kommentar  

    "Ich gehörte nun zu einem relativ neuen und besonders verabscheuten Teil der Gesellschaft. Ich war einer von denen, die sich weigerten, mit den Karten zu spielen, die ihnen ausgeteilt worden waren"

    "Gattaca"



    Möchten Sie etwas Realsatire lesen? )
     
     
    Current Mood: sick
     
     
    aspergergermany
    13 December 2007 @ 01:24 pm
    Amnesty, Schach  
    And so this is Christmas – and what have you done? (John Lennon)

    Bin gestern von meiner Amnesty-International-Gruppe über das "Geek Syndrom" ausgefragt worden. Wunder oh Wunder, informierte Zuhörer. Was für eine Freude, darüber sprechen zu können. Damit hat die Angelegenheit die geschützte Sphäre meiner Schule offiziell verlassen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

    Bin immer noch auf der Suche nach einer sozial akzeptablen eher männlich besetzten Beschäftigung jenseits von exzessivem Laufen (Fußball) und auf der Couch hocken und Bier trinken (Fußball). Ziehe inzwischen Schach in Erwägung, welches der Selbstbeherrschung sehr förderlich sein soll. Ich habe nie ernsthaft gespielt; allerdings dürfte es auch schwierig werden, unter jüngeren Menschen heutzutage einen Spielpartner zu finden. Schach ist eben uncool.

    Ich möchte heute schließen mit einem kolportierten Zitat von Garry Kasparow über die Schachmeisterin Judith Polgar.

    "Es ist unvermeidlich, dass die Natur gegen sie arbeitet, und das sehr bald. Sie besitzt phantastisches Schachtalent, aber sie ist trotz allem eine Frau. Das liegt alles an den Unvollkommenheiten der weiblichen Psyche. Keine Frau kann einen längeren Kampf durchhalten. Sie kämpft gegen die Gewohnheit von Jahrhunderten und Jahrhunderten, seit Anbeginn der Welt.“


    Als Links des Tages biete ich heute eine

    Seite über Frauenschach sowie eine
    http://www.schachlinks.com/cgi-bin/admin/action-pub_kommentare_anzeigen--news_id-1858.html

    Liste der Schachmeisterinnen
    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_female_chess_players


    Mehr ...
     
     
    Current Music: John Lennon - War is over (Happy Christmas)
     
     
    aspergergermany
    03 December 2007 @ 11:55 pm
    Autistische Bürgerrechte  
    Es gibt Menschen, die schreiben zu ihrem Geburtstag in ihr Tagebuch, dass es Sekt gab und was sie geschenkt bekommen haben. An meinem Geburtstag schreibe ich, dass ich meinem Chef den Satz: "Es wird einmal eine autistische Bürgerrechtsbewegung geben." an den Kopf geworfen habe. Leider habe ich mich etwas dumm angestellt, da ich noch keine richtige Konfrontationserfahrung habe und Hypersensibilität, wie alle Betroffenen wissen, in konkreten Konfliktsituationen ein leidiges Problem sein kann. Zum wirklich gnadenlosen Bladerunner fehlt mir also noch einiges. Eine Fähigkeit, die ich im Jobleben wahrscheinlich mal brauche. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich Gnadenlosigkeit auch wirklich besitzen will.

    Ich habe kürzlich ein Buch über die Geschichte der psychosomatischen Krankheiten, insbesondere über die wechselvolle Geschichte der Hysterie gelesen. Zeigt eine Frau Unwillen, ist sie praktischerweise "hysterisch". Gleichzeitig ist ein bisschen Hysterie sozusagen Voraussetzung, da Frauen ja so einfühlsam für die Bedürfnisse der Gesellschaft sein sollen, oder neudeutsch, "empathisch", wie meine neuen Vokabeln lauten.

    In einem anderen Buch über Neugeborenentötung habe ich gelesen, das "Hysterie" die weibliche Notwehrreaktion gegenüber männlich aufgepresste Geschlechterschemata darstelle. Bei mir liegt das Gegenteil vor, durch Testosteron programmierter Autismus. Vielleicht kommt es im Endeffekt ja auch aufs Gleiche heraus, und ich stecke nur in einem Körper fest, der nicht richtig zu meiner Geistesverfassung passt, und weiß nicht, wie ich beides ausgleichen soll.

    Ich soll eine "Therapie" anfangen, und es wäre sehr mutig, dass ich mich dem Problem gestellt hätte. Gleichzeitig gefährde ich durch die Therapie meine Übernahmechancen, da niemand einen Azubi einstellen will, dessen Akte randvoll mit Entschuldigungszetteln ist, da er jede Woche einen Tag gefehlt hat. Ich kann es mir also aussuchen, Autismus bekämpfen und dafür von der Gesellschaft bestraft werden, oder Autismus nicht bekämpfen mit dem ungewissen Risiko, mal später bei der Buchhaltung einer Sachbearbeiterin auf die Zehen zu treten. Lieber Leser, wie würden Sie entscheiden? Die Gesellschaft sollte ihren Umgang mit psychisch Kranken iwS mal gründlich überdenken.

    "Psychische Erkrankungen stellen ein zunehmendes Problem für die Europäische Union (EU) dar. Schätzungen zufolge ist mehr als einer von vier Europäern im Erwachsenenalter von psychischen Störungen betroffen. Sie sind die Hauptursache für die 58 000 Selbsttötungen pro Jahr und fordern damit mehr Opfer als Straßenverkehrsunfälle.

    Die verbreitetsten psychischen Erkrankungen * sind Angst und Depression. Einigen Studien zufolge ist damit zu rechnen, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen in den Industriestaaten die zweithäufigste Ursache von Erkrankungen sein werden.

    Nach wie vor kommt es zur Stigmatisierung psychisch Kranker. Psychisch kranke und geistig behinderte Personen stoßen auf Ablehnung und Vorurteile, die ihr persönliches Leiden vergrößern und ihre soziale Ausgrenzung verschärfen."

    Quelle: http://europa.eu/scadplus/leg/de/cha/c11570c.htm


    Mein Chef stellt mit Vorliebe die für Betroffene u. U. grausame Behauptung auf, dass er mir den Autismus nicht glaube, vermutlich mit der Begründung, ich sei kein Mathegenie. Richtig, ich bin ja kein Junge. Wäre ich ein junger Mann, dann stände die "Diagnose" Autismus wahrscheinlich überhaupt nicht, dann wäre ich stockgesund. Ich habe am Wochenende mit einem Freund stundenlang an einer Power Point herumgebastelt, und kam mir überhaupt nicht merkwürdig vor. Jungs spielen am Computer, und das ist ja auch gut so.

    Im Zweifel für den Angeklagten, ich halte es für viel wahrscheinlicher, dass mein Chef mir glaubt, und nur irgendwelche merkwürdigen Dominanzspielchen mit mir spielt, die sich dem ungeübten Asperger nicht auf Anhieb erschließen. Ich würde mir diese Fähigkeiten gerne selbst aneignen; ohne mehrfache Anfängerfehler geht dies aber nicht.

    Durch das Antreten einer Therapie würde ich jedoch nur meine hart erkämpfte, halbherzige Gruppenakzeptanz, die ich aber im Augenblick dringend brauche, aufs Spiel setzen. Jeder echte Asperger weiß, dass viele Neurotypische auf auftretende Unregelmäßigkeiten mit Getratsche reagieren, weil er dies selbst nicht tut.

    Wo ist eine philosophische Weisheit, wenn man wirklich eine braucht?

    ***
    Moderne Leiden. Zur Geschichte der psychosomatischen Krankheiten, von Edward Shorter, ISBN 3498062700)

    Mütter, die töten. Psychoanalytische Erkenntnis und forensische Wahrheit von Annegret Wiese (ISBN 3770528492)

    Grünbuch der Kommission vom 14. Oktober 2005: „Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern - Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union [KOM(2005) 484 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht] ( http://europa.eu/scadplus/leg/de/cha/c11570c.htm)

    Mehr ...
     
     
    Current Music: Eagles - Peaceful Easy Feeling
     
     
     
     

    Advertisement