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aspergergermany
26 March 2008 @ 11:48 am
Erin Brockovich etc.  

"Amphibion du, das in zwei Elementen stets lebet,
Schwanke nicht länger
und wähle dir endlich
ein sichres Geschlecht."

(Heinrich von Kleist)



This made no sense. Maybe it was only their souls, not their brains, that were so different? The one article he'd been sure was a man's work turned out to be by a Betan hermaphrodite, a sex which hadn't even existed when the Founding Fathers had fled to Athos, and where did they fit in? He lost himself for a while, imagining the flap in Athosian Customs should such a creature present itself for entry … (Lois McMaster Bujold, Ethan of Athos)


Nach der Verteidigung der Identität und der schleichenden Abwandlung des Leibes (der Leib ist die mentale Projektion des Körpers, vgl. in etwa Phantomschmerz bei Beinamputierten) folgt nun der Schritt, ein Geschlecht für andere zu sein. Ich habe bisher bei jedem Schritt gesagt, es wäre der härteste, und wahrscheinlich werden die Anforderungen bei jedem Schritt höher. Diese Phase, ist wie jede, kritisch, aber sie greift zurück auf vergangene Erlebnisse. Es ist verdammt schwer, diese Phase ohne Rückfall schlüssig zu gestalten.

Als Frauen Geborene haben dabei das Problem, dass sie, ohne es zu wollen, anatomische Zeichen der Bedürftigkeit mit sich herumtragen. Eine Frau, die ein weibliches Kind gebiert, ist immer zugleich Zeugende und Gezeugte. Nach dem Grundsatz der Selbstähnlichkeit kann man Mutter und weibliches Kind in gewisser Weise "vertauschen", und auch Enkelin, Mutter, Großmutter sind in gewisser Weise "austauschbar". Deswegen bilden Frauen eher organisatorische Ringe und weniger Hierarchien.

Ein Sohn hingegen hat nur einen Vater und genau einen Vater. Ihre Rollen sind auch nicht austauschbar. Man könnte z. B. im Christentum die Rollen von Sohn und Vater nicht vertauschen, ohne dass Blödsinn herauskäme.

Jemand hat mir die sehr schlaue Frage gestellt, warum die hyper male brain hypothesis nicht die potentielle Hyperemotionalität autistischer Männer erkläre. Ich kann diese Frage erst in meinem jetzigen Gesundheitszustand versuchen zu beantworten. Ich bin nach eingehenden Betrachtungen der Ansicht, dass männlich und weiblich geborene Asperger mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben und in erster Linie Asperger sind. Da wir aber kulturell auf einem Auge blind sind, greifen gegenüber weiblich geborenen Aspergern viel härtere Sanktionsmaßnahmen, so dass es in erster Linie die weiblich geborenen Asperger sind, die Schützenhilfe durch die Wissenschaft brauchen. Irrtum vorbehalten, aber männlich geborene Asperger schlagen sich in ziemlich vielen Fällen unerkannt und erfolgreich von alleine durch, weil überhaupt niemand auf die Idee käme, sie für Asperger abzustrafen.

Jedenfalls ist es für mich nicht einfach, mich schlüssig und unwiderruflich auf nur ein Geschlecht festlegen zu müssen. Betroffene, die die geringste Unstimmigkeit aufweisen, werden in den Topf "Geschlechtsidentitätsstörung" geschmissen und "zu ihrer eigenen Heilung" totgequatscht. Ich lass mich gern korrigieren, aber meines Wissens hatten die Androgynen noch im Allgemeinen Preußischen Landrecht von 1774, wohl unter dem Einfluss der Knabenverstümmelung für die höfische Oper, ihren eigenen Status. Kurz darauf kam die Aufklärung und all das Segensreiche, was wir heute noch haben. Ich lese gerade ein Werk von Kleist, der den Status Quo mit solcher Vehemenz vertritt, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob er sich in seinem krampfhaften Machismo selber über sich nicht so ganz sicher war. Es wäre das Schlimmste für einen "Heranwachsenden" wie mich, vergleichbar zu enden, insbesondere, da die überzogene Vertretung der Identität die Unauthentischen unter den Authentischen lebenslang verrät.

Ich habe mal einen Film mit Julia Roberts angesehen, Erin Brockovich. In diesem Film ging es um einen vertuschten Umweltskandal, der zu katastrophalen Krebsfällen führte. Eine Schauspielerin stellte eine Patientin dar, der aufgrund einer Chromvergiftung sämtliche Geschlechtsmerkmale chirurgisch entfernt werden mussten. Sie fragte Julia Roberts' Figur, ob sie dann noch eine richtige Frau wäre, und "Julia Roberts" gab ihr eine freundliche Antwort. Welche Antwort hätte ihr diese Abgöttin des gehobenen Zickentums, die wahrscheinlich für die meisten Frauen als Identifikationsfigur dient, mit ihrer makellosen Gestalt auch sonst geben sollen?

Vielleicht ist es ja jene unstillbare, bohrende, unweibliche Asperger-Neugier in mir, jenes "sezierende Auge", aber auf die Antwort auf jene eine Frage warte ich heute noch.

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18 March 2008 @ 11:35 am
Asperger-Logik ... äh ... Logik in Aspik  
Ich habe mich weiter informiert und in ein Höllenloch gestochen. Einige Wissenschaftler sagen, Transsexualität sei eine spezifische Form der Nervenschwäche, ausgelöst, wenn in der Familie die Geschlechtsrollenbeziehungen über den Haufen geworfen wurden. Andere sagen, dass sich Nervenschwäche und Transsexualität grundsätzlich ausschlössen. Ich bin der Ansicht, man kann grds. jeden Blödsinn verkaufen, solange man sich nur stupide an die Regeln der formalen Logik hält. Da vielen etablierten Ärzten die Problematik schwuler weiblicher Asperger nicht vertraut ist bzw. sie in ihrer Autorität angreift, wird mir jedenfalls ein gehöriger Psychokrieg bevorstehen. Einige Gynäkologen reagieren beleidigt, wenn Virilisierung ohne ihre Erlaubnis eintritt. Die Betroffenen würden angeblich illegale Sportdrogen missbrauchen. Wenn ich mein Anliegen vertrete, muss ich kalt wie aufs Messer sein.

Man hat mir angeraten, die "Pille" zu benutzen, in jener unschlagbaren Wenn-dann-Logik, die den Aspergern zu Eigen ist. Ich habe das mal als die Handwerker-Mentalität bezeichnet. Ein Handwerker reagiert nur auf einen 'Defekt', der bereits eingetreten ist, und repariert dann auch nur das spezifische Bauteil, ohne die Konstruktion des ganzen Hauses zu sehen.

Diese intelligent-doofe, unfühlende Asperger-Logik. Wie ich sie hasse.

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17 March 2008 @ 09:11 am
Funktionale Stimmstörung  
Es ist immer ein ganz besonderer Tag im Leben jedes jungen Mädchens, wenn die Körperchemie umkippt. Man kann damit ganz wunderbar die Fachverkäufer in jeder Kosmetikabteilung irritieren.

Ebenso wie mit Duftmarken hatte ich in der Vergangenheit immer Probleme mit meiner Stimme, die nie so sanft und lieblich war, wie man von einer Tochter aus gutem Hause erwarten sollte. Ich hatte früher ein bescheidenes Register aber sehr viel Kraft, so dass meine Stimme in den hohen Tönen immer kippte. Meine Mama sagte immer liebevoll zu mir, meine Stimme wäre gähtschig. Meine Musiklehrerin machte sich einen Spaß daraus, mich bei jedem Vorsingen vor der Klasse bloßzustellen, indem sie behauptete, ich hätte eine funktionale Stimmstörung. So bekam ich schließlich die gewünschte funktionale Stimmstörung, indem ich wie alle kleinen Mädchen meinem HNO-Arzt was vorheulte. Mein HNO-Arzt sagte nämlich, er könne keine Krankheit finden. Sowas. Das hatte die lustige Konsequenz, dass ich von nun an die Lieder nur noch ansagen musste während sich nun die anderen mit ihrem Stimmbruch quälten. Ich bekam deswegen im Singen lauter "1" und die anderen nur noch "4" und hatte demzufolge bald die ganze Klasse gegen mich. So funktioniert Behindertenintegration.

Ausgehend von meinem Erlebnis in der Kosmetikabteilung finde ich es ein bisschen unmöglich, dass man uns den Alltagstest laufen lässt ohne das nötige Rüstzeug mitzugeben. Aber mir ist auch verständlich, dass dies gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen würde, und ich möchte mich in jedem Fall an das Gesetz halten.



Das Arzneimittelgesetz
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/amg_1976/gesamt.pdf

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15 March 2008 @ 10:32 am
Zum Kotzen  

Racing 'cross the desert
At a hundred miles an hour
To the orange side
Through the clouds and thunder

Erasure – Blue Savannah Song



Weshalb man einen Identitätswechsel niemals ohne Endokrinologen beginnen sollte (es sei denn, er setzt von alleine ein)

Eine Transsexualität, ist, anders als die öffentliche Meinung vielleicht glauben möchte, in keinster Weise vergleichbar den Faschingsprinzen beim Karneval. Transsexuelle versuchen durch den Identitätswechsel eine Situation zu entkommen, die ansonsten für sie unerträglich wäre und sich anderweitig nicht behandeln ließ. Transsexualität stellt eine unerträgliche "soziale Behinderung" da, da Transsexuelle nicht die Freunde haben können, die sie eigentlich möchten und sie mit den Freunden, die ihnen der gesellschaftliche Blick zuweist, in vielen Fällen nicht viel anfangen können.

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Current Music: Erasure – Blue Savannah Song
 
 
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14 March 2008 @ 12:55 pm
Aus meinem Spamordner  
Weibliche Blade Runner:




… des selbe problem hab i a. i bin sehr burschikos und fühl mi a wie a mann. i wär a gern a mann. aba i weiß nit ob i transsexuell bin. weil i gern schöne frauen anschau. und trotzdem können mi nur männer reizen. i erklär des gern so: i bin a mann in dem körper ana frau, der schwul is.

das war auch der grund dafür dass mei freund schluss gmacht hat. mei mutter hat mit ihm nur a minute allein gredet - innerhalb dieser minute hat sie mir alles ruiniert - sie hat ihn gelobt dass er gut mit der sache umgeht. i hab ihm versucht des zu erklären aba er wollt mi nit verstehn. er hat gsagt er kann nit mit jemanden zusammen sein der denkt er is a mann.

meine eltern haben das erstaunlich gut aufgenommen. i hab vor zwei oder drei jahren bescheid gsagt. und seither reden sie mi mit "mein junge" oder [einem Männernamen] an.

allerdings weiß i bis heute nit ob i nit spinn oder doch zu ana gruppe von leuten gehör die völlig normal sin. i wünsch mir manchmal das mi irgendjemand anschaut und zu mir sagt: du bist was besonderes und völlig normal!

verrückt oder?


Jetzt geh ich einen trinken.

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10 March 2008 @ 07:08 pm
Auf dem Wege der Gesundung?  
Noch einmal muss ich auf die Tyrannen dieser Music, die Verschnittenen zurückkommen, auf diese Missgeburten der Menschheit, die gleichwohl mit einer despotischen Gewalt, die Herrschaft der Bühne an sich gerissen haben. [...]

Ein Mann muss durch einen Mann vorgestellt werden; eine Frau durch eine Frau, und beide nicht durch ein Wesen, welches weder Mann noch Frau ist. –

Gleichwohl sind diese eben des Umstandes wegen, der sie verächtlich macht, stolz und hochmüthig; und haben bey allem diesem Uebermuthe doch eine kleine und kriechende Seele [hä?]





Die Bildung meiner Stimme scheint sich allmählich abzuschließen. Ortkemper beschreibt die Stimme der Kastraten als metallisch und meine Stimme klingt auch metallisch. Dreihundert Jahre nach Farinelli und 100 Jahre nach Andrea Moreschi der aber nicht singen konnte wäre ich damit der möglicherweise einzige lebende Kastrat Europas und der möglicherweise einzige weibliche, der je gelebt hat. Und bereite mich vor für einen Job im Personenstandswesen. Jedenfalls klinge ich nicht mehr wie eine knarzende Saustalltür.

Die Menschen auf der Straße nehmen meine Stimme auch richtig als metallisch wahr und reagieren mit großer Zuneigung. Es ist eine große Erleichterung, nicht mehr als Frau durchgehen zu müssen und nicht mehr wegen eines Geburtsfehlers dauernd angemosert zu werden. Wenn ich jetzt etwas sage, reagieren die Leute mit Wohlgefallen. Jemand hat etwas geschrieben, dass die autistischen Frauen als Frauen durchgehen sollen, aber ich sage, niemand kann für einen anderen entscheiden.

Eine solche Stimme zu erwerben ist kein Spaziergang. Es vollzieht sich unter Unpäßlichkeit und Schmerzen, wie die Pubertät bei jungen Mädchen, bloß eben in der Brust. Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann eine zweite Pubertät kriege, und die richtige noch dazu. Ich fühle mich sehr logisch und sehr gut und glaube auch, dass ich nicht mehr "hysterisch" würde. Bevor jetzt jemand schreit, um angeblich meine Menschenwürde zu schützen, erinnert euch, wie dreckig es mir vorher ging. Ich bin noch nicht ganz gesund, aber ich bin auch nicht mehr so krank, wie ich sein könnte.

Ich bin der Terminator. Ich bin Tokio Hotel.

Der Kampf um die Männlichkeit bei den Kastraten des 18. Jahrhunderts
http://www.ruendal.de/aim/pdfs02/koldau.pdf

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09 March 2008 @ 03:22 pm
Transsexualität in Saudi-Arabien / Gattaca  
Erst Geschlechtsumwandlung - dann Führerschein

Riad - In Saudi-Arabien darf zum ersten Mal in der Geschichte des islamischen Königreichs eine Frau Auto fahren - allerdings erst nach einer Geschlechtsumwandlung. (fest/sda)


Die saudi-arabische Zeitung «Okaz» berichtete, die 19 Jahre alte Mariam aus Dschidda habe sich nie als richtige Frau gefühlt. Als ihr ein Arzt schliesslich bestätigt habe, dass sie biologisch eher ein Mann als eine Frau sei, habe sie sich nach Beratungen mit ihrer Familie zur Operation entschlossen.

Auf die Frage, was ihr grösster Traum für ihr Leben als Mann sei, antwortete Mariam, die inzwischen Chaled heisst, «den Führerschein zu machen». In Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht Auto fahren.

Die Verfechter dieses Verbots begründen dies unter anderem damit, dass Frauen nicht mit Männern reden sollen, die nicht mit ihnen verwandt sind. Dies wäre aber bei einer Autopanne oder bei einem Konflikt mit einem Polizisten notwendig. Frauen, die in dem islamischen Königreich am Steuer eines Wagens erwischt werden, droht eine Gefängnisstrafe.

... und was ist, wenn sie dann immer noch schlecht einparkt?

Quelle
Link

Transsexualität
Link

***

DIRECTOR JOSEF: You keep your work station so clean, Jerome.

JEROME : Next to Godliness, isn't that what they say?

DIRECTOR JOSEF: I reviewed your flight plan. Not one error in a hundred thousand keystrokes. Phenomenal. (placing a hand on Jerome's shoulder) It's right that someone like you is taking us to the Asteroid Belt. (glancing to notification on Jerome's screen). You have a substance test.

Gattaca


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06 March 2008 @ 01:35 pm
Aspies in der Christenlehre  

I had some dreams
They were clouds in my coffee
Clouds in my coffee and....

You're so vain
You probably think this song is about you
You're so vain
I'll bet you think this song is about you
Don't you? Don't you?

Carly Simon – You’re so vain



Ich war bei einem Geistlichen und habe ihn über die Haltung der Kirchen zur Transsexualität befragt.

Ich soll nächsten Montag wiederkommen.

Das Ganze erinnert mich irgendwie an einen Sketch von Rowan Atkinson [Mr. Bean], Tischreden bei einem Hochzeitsbankett. Es reden bei diesen Ansprachen zunächst der Brautvater, dann der Trauzeuge des Ehemannes und zu guter Letzt der Pfarrer, der der Braut einen christlichen Ehevorbereitungskurs erteilt hatte.


… and then, she asked me: Father, what’s the Church’s position towards fellatio? And I said: Daughter, I would like to answer, but unfortunately I don’t know what fellatio is. So, she showed me.

And now, every time a bride asks me: Father, what’s the Church’s position towards fellatio? I say: Daughter, I would like to answer, but unfortunately I don’t know what fellatio is …


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02 March 2008 @ 12:17 pm
Um freundliche Kenntnisnahme wird gebeten  

Put on my blue suede shoes
And I boarded the plane
Touched down in the land of the
Delta Blues In the middle of the pouring rain
W.C. Handy - won't you look down over me
Yeah I got a first class ticket
But I'm as blue as a boy
(Marc Cohn) / girl (Cher) can be

Then I'm walking in Memphis
Walking with my feet
Ten feet off of Beale
Walking in Memphis
But do I really feel the way I feel

Marc Cohn - Walking in Memphis




Gattaca




Der Betreiber dieses Blogs heißt Ethan; sprachlich verkürzbar zu "Yves".


Welcome to Gattaca.


Wenn man die ganze Zeit nur du ist, kommt man irgendwann vor wie ein Borg.

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Current Music: Goodbye Sam, hello Samantha (Cliff Richards)
 
 
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01 March 2008 @ 06:07 pm
Kreuzverhör?  

Sittenwidrigkeit: Der Verstoß gegen die Ansicht aller billig und gerecht Denkenden
[hergebrachter juristischer Grundsatz]



Meine Situation steuert mit schicksalhafter Unausweichlichkeit auf eine irgendwann in der Zukunft anstehende Operation zu. Andere Asperger mögen es vielleicht anders handhaben. Da Asperger neurologisch eingeprägt ist und sich im eigentlichen Sinne nicht beseitigen lässt, ist die Operation der einzige Weg, um effektiv etwas zu ändern – jedenfalls in meinem Fall.

Autisten sehen, da sie zumeist wenig emotionale Schleier wahrnehmen, Dinge sehr häufig mit einer hellseherischen Konsequenz (vielleicht ausgemommen bei der autistischen Rage, aber selbst da funktioniert die Analysefähigkeit wohl immernoch schmerzhaft perfekt). Lange, bevor ich mir gestattete, Autismus überhaupt einzugestehen, wusste ich, dass ich Autismus habe und ein Outing in meiner Situation unausweichlich war. Jetzt weiß ich, dass am Endpunkt steht, sich unters Messer zu legen. Nicht, dass ich dazu bereit wäre oder die Kraft dazu hätte. Oder auch nur drüber nachdenken wöllte. Es wäre mir lieber, in einer Gesellschaft zu leben, die das dritte Geschlecht duldet. Da dies aber nicht der Fall ist, ist dieser Weg immer noch leichter als sich mit der halben Welt anzulegen, die das nicht versteht.

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Current Mood: listless
Current Music: Mr. Mister - Kyrie eleison
 
 
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16 February 2008 @ 01:54 pm
Geschlechterrollen, Emanzipation, Travestie  
Ich habe mir über das Konzept der Androgynität durch den Kopf gehen lassen. Ich bin der Ansicht, dass das Konzept der Androgynität, wie es gegenwärtig vielfach verstanden wird, u. a. auch dazu dient, Frauen zu benachteiligen. Ein Mann, der gelegentlich als Frau herumläuft, übt damit auch Macht aus, indem er signalisiert: "Ich habe so viel Macht, dass ich sogar deine Rolle annehmen kann, mich anschließend aber zurückverwandeln kann. Du hast diese Möglichkeit nicht." Frauen im Film, die die umgekehrte Verwandlung anstreben (auch in Filmen über Frauen, die Männerberufe ergreifen und in Filmen über "Körpertausch"), werden häufiger lächerlich gemacht (Die Akte Jane, Ein Offizier und Gentleman, Karate Kid 4, Yentl) und gelegentlich sogar abgeschlachtet (Boys don't cry)




The Hot Chick (2002)

Transsexualität im Film )
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Current Music: Queen & David Bowie - Under Pressure
 
 
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13 February 2008 @ 07:24 pm
Küsse und Berührungen  


And Mama said to me
"Child, what's happened to your appetite?
I've been cookin' all morning
and you haven't touched a single bite
That nice young preacher, Brother Taylor, dropped by today
Said he'd be pleased to have dinner on Sunday, oh, by the way
He said he saw a girl that looked a lot like you up on Choctaw Ridge
And she and Billy Joe was throwing somethin' off the Tallahatchie Bridge

Bobby Gentry, Ode to Billy Joe



Obwohl das nachstehende Bild auf eine lesbische Liebesbeziehung hindeutet, könnte man es ebenso gut zur Veranschaulichung der Probleme von Aspergern benutzen.


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13 February 2008 @ 11:09 am
Noch einmal: Autismus bei Frauen  
Autismus bei Frauen )



Quelle: Englischsprachige Wikipedia

Wir unterstellen, nun, dass das Kind krank ist, weil es gern ordentlich spielt, wir aber möchten, dass es lieber unordentlich spielen soll. Warum ist es dann bei autistischen Frauen genau anders herum, dass gerade die Chaotinnen als autistisch auffallen, die Ordnungsfanatikerinnen jedoch niemand als krank ansehen will?

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11 February 2008 @ 09:50 pm
Neues von der Aspergerfront  
Mein Berater ist krank. Letzten Donnerstag, als ich mit ihm gesprochen habe, sah er noch stockgesund aus. Ich kann natürlich nur nicht zu bestätigende Vermutungen anstellen, aber letzten Donnerstag habe ich in seinem Beratungszimmer gesessen und die große Menschenrechtsansprache gehalten. Wir sind nicht verrückt. Wir sind eine 'neue Art' von Menschen. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach handelt es sich nämlich bei Asperger nicht um eine Geisteskrankheit, sondern in den allermeisten Fällen um eine subtilere Form der Transsexualität. Wahrscheinlich habe ich meinen Berater damit einfach von den Socken gehauen. Denn wenn man einer Person, die sich durch eine Operation an ihr Wunschgeschlecht annähert, bestätigt, "Jetzt bist du wirklich Mann/Frau", dann schwingt darin immer ein gewisser Grad gemeinsame Fiktion mit.

Das Wunschgeschlecht ist ein Idealbild, dem man immer nur nachjagen kann, das man aber nicht wirklich erreicht. Ein Berater, der nun professionell "zu operierende Transsexuelle" berät und ihnen durch gemeinsame Übereinkunft ihr Wunschgeschlecht bestätigt, erleidet wahrscheinlich den Schock seines Lebens, wenn er nun einer Person gegenübersteht, die 'tatsächlich transsexuell' (=neurologisch androgyn) ist.

Möglicherweise ist er ja nach Hause gegangen und macht sich nun Sorgen über die Asperger. Ich würde ihn jedenfalls so einschätzen und ich hoffe es. Vielleicht irre ich aber auch, und mein Berater hat lediglich einen Schnupfen, und alles was ich sonst noch gesagt habe, träfe auch sonst nicht weiter zu.

Ich habe hingegen viele freundliche Menschen kennen gelernt, für meine bescheidenen Begriffe schon fast eine Menschenansammlung. Ich habe auch endlich brauchbare Bücher gefunden, Verhaltenstips für das Coming Out von Schwulen – Themen, mit denen ich weiß nicht warum, endlich identifizieren kann. Ich kann dies nicht begründen, aber Wer heilt hat recht, lautet der älteste Grundsatz der Mediziner. Leider kann man solche Bücher auf dem bürgerlichen Büchermarkt überhaupt nicht bzw. nur unter der Hand bekommen, mit so unberechtigten wie verführerischen Ruch der Schmuddelecke. In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Dann sehe ich diese scheinheiligen Poster, welche eine gutbürgerliche Welt anpreisen, in der Menschen wie wir keinen Platz haben sollen. Was ist das für eine Gesellschaft, die seelisch gesunde Menschen eher in die Psychiatrie schickt, als ihnen zu helfen? Und welche gesellschaftliche Norm kann so wertvoll sein, dass sie es rechtfertigt, dass Menschen in ihrem Namen missachtet und gebrandmarkt werden, und dies alles im Namen der Menschenwürde und der Behindertenintegration?

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07 February 2008 @ 11:12 pm
Die Gesprächsführung und das Internet  
Das Klischee besagt, Gespräche zwischen Männern und Frauen würden scheitern, weil Männer an Fakten interessiert seien und Frauen über Gefühle reden würden...

Versuchen Sie sich diese Situation einmal vorzustellen.

Und dann drehen Sie die Rollenvorstellung um.

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Current Mood: crushed
 
 
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31 January 2008 @ 09:15 pm
"Alltagstest" bei Frauen mit Autismus  

And the silicone chip inside her head,
gets switched to overload …



Ich bin immer noch auf der Suche nach dem kürzesten Asperger-Witz. Er beginnt möglicherweise mit Geht ein Asperger in den Kirchenchor … Ich habe heute das erste mal wieder seit mehreren Monaten, den üblichen Katastrophen, Neurologen, Beratern, Selbstüberwindungen, den bekannten Begleitsymptomen und traditionellen Familienfesten als Grundlage der sittlichen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland … den lokalen Kirchenchor besucht. Wir haben u. a. Stimm- und Sprechübungen absolviert. Ich hätte bei nächster Gelegenheit sowieso Stimmbildung nötig. Gibt es Ehrenpunkte für Mut? Ich wäre vor Angst fast gestorben, obwohl der Chorleiter mich sehr gründlich ermutigt hatte.

Die gute Nachricht ist dass ich immer noch im Alt singe. Es hat sich also nicht soviel verändert. Altus bezeichnet sowohl die tiefe Frauenstimme als auch die hohe Männerstimme. Die Bezeichnung Alt für die hohe Männerstimme kommt möglicherweise von den Kastratensängern zur Hoch-Zeit der barocken höfischen Oper im 17./18. Jahrhundert. Vielleicht ein wenig vergleichbar der Schönheitschirurgie heutzutage existierte zu jener Zeit eine regelrechte Kastrationsindustie als Form des Menschenhandels. Bedürftige Kinder aus verelendeten Familien wurden einem überspannten Kunstideal geopfert. Die Menschen, die sich aus den verstümmelten Jungs entwickelten, könnten ähnliche Probleme wie manche Asperger heutzutage gehabt haben. Sie bildeten eine Stimme aus, die der weiblichen ähnlich, aber doch nicht ganz eindeutig war. Sie sollen zur Stimmungslabilität und Exaltiertheit geneigt haben, und sie sollen auf ihre Umwelt ähnlich unheimlich gewirkt haben wie zumindest ich, und vielleicht auch andere Asperger es in ihrem täglichen Leben wahrnehmen.


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Current Music: The Boomtown Rats, I don't like Mondays
 
 
aspergergermany
17 January 2008 @ 09:56 pm
... your very own machine  

Now you can't hear me,
your ears are truly sealed.
You can't speak either,
your mouth is filled.
You can't see nothing,
and pinball completes the scene.
Here comes Uncle Ernie to guide you to
Your very own machine.

"Tommy"




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03 January 2008 @ 10:05 am
Spiegel: Autismus durch übermäßig männliche Gehirnstruktur bedingt  
Die gehobene Bildzeitung hat "uns" entdeckt. Wenn es im Spiegel steht, stimmt es. Hoffnung für alle männlichen und weiblichen Blade Runner.


http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,383240,00.html


Spiegel-Leser wissen mehr.


( Ein wissenschaftlicher Originalartikel )

...mehr aus meinem Blog
 
 
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29 December 2007 @ 06:09 pm
Der Flug des Phoenix / The Flight of the Phoenix (2004)  
Der Flug des Phoenix / The Flight of the Phoenix (2004)

Asperger im Film: Der Flug des Phoenix / The Flight of the Phoenix (2004)



RTL unterhielt Deutschland am 2. Weihnachtstag 2007 mit dem Abenteuerfilm „Der Flug des Phoenix“, einem Film im Stile einer zweistündigen McGyver-Episode, indem zwar wenig gefühlt, aber dafür ziemlich viel gebastelt wurde. Eine Crew von Männern (plus eine Quotenfrau) stürzen in der Wüste Gobi ab und sind gezwungen, zu kooperieren, um aus den Trümmerteilen der zweimotorigen Maschine ein einmotoriges Behelfsflugzeug zu bauen. Obwohl „Der Flug des Phoenix“ kein wirklich überragender Film ist, scheint er sich sehr gut dafür zu eignen, die angeblichen oder tatsächlichen Symptome von Asperger einschließlich der in der medizinischen Literatur häufig damit im Zusammenhang beschriebenen „Geschlechtsidentitätsstörung“ (Interessen oder Verhaltensweisen, die häufiger dem jeweils anderen Geschlecht zugeordnet werden), einmal bilderbuchmäßig durchzuexerzieren.





Der Film folgt dem beliebten Thema „Und plötzlich sind wir wieder in der Steinzeit“, bei dem alle Errungenschaften und dekadenten, „überflüssigen Dinge“ der Zivilisation plötzlich hinfällig werden (sollen). Ein Team von „harten Männern“ (plus der besagten Quotenfrau) besteigen ein Flugzeug. Die Ölbohrplattform, auf der sie gearbeitet haben, soll geschlossen werden. In letzter Minute stößt der nervige, überempfindliche Elliot hinzu, ein Typ, der irgendwie nicht dazugehört – durch seine Kritik am Captain, durch seine affektierte Stimme, durch die Wasserstoffblondierung seiner Haare, die in Filmen zumeist Schwuchteln und / oder Bösewichten vorbehalten ist.

Nachdem sie abgestürzt sind, ist er der Einzige, der demonstrativ „nicht im Team spielt“, der sich vor der Arbeit drückt, derjenige, der die Wasserrationen klaut. Wer möchte schon mit so einem zusammenarbeiten? Elliot ist zwar der einzige, der einen Plan zur Rettung entwickelt – aber viel wichtiger ist erstmal, dass die Jungs einen „Führer“ bekommen, da sonst das Chaos losbricht, da sie sich, obwohl sie auf der Ölbohrplattform gearbeitet haben, offensichtlich nicht alleine organisieren können. Um das Drama zu vertiefen, kommen auch die bösen Feinde von außen, eine Horde Hunnen, die sonst alle töten würden und selbst die Leichen verunglückter Teammitglieder als Zielscheiben benutzen. Als „Führer“ der Gestrandeten prädestiniert ist der Captain, Towns, weil er der Pilot ist / war, doch er lehnt diese natürliche Rolle zunächst ab und ergeht sich die erste Stunde des Films in Selbstmitleid. Wahrscheinlich hat er als Transportflieger in solchen Situationen kaum mehr Erfahrung hat als ein Taxifahrer.

Es ist Elliot, der Towns davor warnt, die sinistren Nomaden in der Wüste auf sich aufmerksam zu machen; Elliot, der Towns davor gewarnt hat, dass das Flugzeug überladen war, und der Towns auf seine Verantwortung hingewiesen hatte, die Passagiere sicher ans Ziel zu bringen. Andere Passagiere hocken da und harren auf Befehle, warten gleichsam in der Manier verwöhnter Sozialstaatskinder auf Rettung von oben, „anstatt ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.“ Ohne den „Führer“ an Bord wären die Jungs in der Wüste hocken geblieben und hätten sich bis zu ihrem Tode ums Bier geprügelt. Zwar stammt die Vision für die Rettung von dem zart besaiteten, unangenehmen Elliot, der den ganzen Film hindurch hartnäckig das Kommando beansprucht – aber in einer Welt, in der noch / wieder die traditionellen Werte zählen, kann keine Schwuchtel Anführer sein.

Schließlich wird unter Elliots Leitung [aber unter Towns’ formeller Führung] das Flugzeug fertig, wofür Elliot gleich noch mal von der ganzen Mannschaft Dresche bezieht. Schließlich sei Elliot nur gelernter Ingenieur für Spielzeugflugzeuge, nicht aber für Transportmaschinen, da alle ganz genau wissen, die Gesetze der Physik gälten nur für das eine, für das andere hingegen nicht.

Der „Flug des Phoenix“ hatte einen Gesamtmarktanteil von 3,72 Millionen Zuschauern (11,4 %) vor dem Liebesdrama „Titanic“ mit 2,56 Millionen Fernsehzuschauern (9,5 %). In der „werberelevanten Zielgruppe“ der 14- bis 49-jährigen Zuschauer waren beide Filme etwa gleich stark (17,0 % gegenüber 17,2 % für „Titanic“). [1] Sie unterlagen jedoch beide dem Kinderfilm „Der Polarexpress“ [2] mit einem Marktanteil von 20,3 % in der Zielgruppe und 12,3 % beim Gesamtpublikum. [2]

Nach Informationen von Filmstarts.de [3] soll sich der Originalfilm von 1965, in dem in dem Hardy Krüger den schweigsamen Flugzeugbauer verkörperte, stärker mit dem Charakter und der Psyche des exzentrischen Ingenieurs beschäftigen. Es sind halt schlechte Zeiten für Eierköpfe angebrochen. Oder auch nicht.

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***

[1] http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=24295

[2] http://www.dwdl.de/article/news_13977,00.html

[3] http://www.filmstarts.de/produkt/38024,Der%20Flug%20des%20Phoenix.html
 
 
Current Mood: weird
 
 
aspergergermany
05 December 2007 @ 03:48 pm
Autismus, Gender, Psychiatrie, Audimax  
Der Autismus steht heute, wo die Homos*xualität vor hundert Jahren stand: In der Psychiatrie. Ich war deswegen mutig und hab meinen Therapeutentermin gecancelt. Ich kann nicht einerseits die autistischen Menschenrechte einfordern und mir auf der anderen Seite selber ins Bein schneiden. Ich finde es nicht so berauschend, wieder im 19. Jahrhundert zu sein.

Eine der wichtigsten Regeln des mehrheitlichen Teils der Menschheit lautet, sich nicht widersprüchlich zu verhalten. Eine anderer heißt, dass man, selbst, wenn man im Unrecht sein sollte, durchkommt, solange man es nur energisch genug vertritt. Sie sind keine "Bestie" , (d. h. empathieblind), ist mir suggeriert, worden. Ich glaube,der Satz muss eher heißen: "Sie sollen keine 'Bestie' sein, jedenfalls nicht, solange sie eine Frau sind", was meine Privatsphäre betrifft und keiner logischen Betrachtung standhält. Wäre ich rabiat, würde ich das als Frage der längeren Lebenserfahrung bezeichnen, aber ich habe die gleiche Kontroverse mit meiner Freundin. Sie ist doppelt so alt ich und vertritt zwar formell das "empathische" Rollenverständnis, arbeitet aber als Chemikerin.

Ich habe einen gruseligen Aufsatz über Umerziehungsversuche durch "Verhaltenstherapie" an Genderqu**r-Teenagern in den USA in den 1970ern gelesen, bei denen die Heilung für Frauen im Wesentlichen aus Fügsamkeit und Lippenstift bestand. Ich glaube nicht, dass sich inzwischen an diesen Umständen viel geändert hat, da sich die Psychoindustrie weitestgehend im besonderen Gewaltverhältnis oder zumindest auf dem moralisch-ethisch blinden Fleck der Gesellschaft vollzieht.

Vergleichbare Umerziehungsversuche an Homos*xuellen scheitern regelmäßig bzw. können, "erfolgreich", im Extremfall mit der persönlichen Zerstörung des Betroffenen enden, was aber keinen interessiert, da die formelle Anpassung an den äußerlichen Schein vollzogen ist.

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Die Hochschulzeitung Audimax bringt in ihrer Ausgabe 12/2007 einen Artikel über das mit Asperger verwandte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, bei einem jungen Mann und deswegen ohne die Genderqu**r-Problematik. Darin wird empfohlen, zur Eintrainierung einer Struktur gemeinsam mit einem anderen Studenten zu lernen. Dafür sehe ich gegenwärtig keine gute Möglichkeit, um zu vermeiden, dass ich mich als angeblicher Streber im Zweifel mit anders Interessierten überwerfe, was mir nicht gefallen würde. Ich habe mir aber die schriftliche Ausarbeitung von jemand anderem angesehen. Auch an der Uni habe ich paradoxerweise Nachhilfe bei anderen geleistet. Die am besten geeignete Lernform bei einem Hyperaktiven / Asperger scheint nach Angaben von Audimax kurioserweise das Assistieren zu sein. Ich hab keine Ahnung, wie ich mit dieser Eigenschaft in dieser Umgebung anfangen soll.

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Links

Audimax über ADHS-Studenten
http://www.audimax.de/de/blog/blogartikel/article/6/du-bist-ne.html

Umerziehung bei Genderqu**r-Jugendlichen
http://www.brainchildmag.com/essays/fall2001_wilkinson.htm

Die Sicht eines Autisten über die Meinung von Nichtautisten, wie ein Autist zu sein hat
http://home.att.net/~ascaris1/dontcure.html

Häufig gestellte Fragen …
 
 
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aspergergermany
13 November 2007 @ 09:19 pm
Der prominenteste weibliche Asperger-Autist  
Es gibt Probleme, die scheinen sich mit umso größerer Gewalt aufzudrängen, je mehr man versucht, sie unberücksichtigt zu lassen.

Neulich habe ich mich in einem Forum für Transvestitismus (neudeutsch: Cross-Dressing) von einem männlichen Asperger darüber unterrichten lassen dürfen, ich solle doch das Forum für normalen Transvestitismus verlassen und mich stattdessen in einem Forum für Asperger-Transvestitismus umschauen, da normale Transvestiten Asperger-Transvestitismus nicht verstehen könnten, da sich der Transvestitismus des weiblichen Aspergers vom normalen Transvestitismus ganz grundlegend unterscheide.

Renitente Replikanten, schön und gut, wir sind ja so tolerant, wir wollen ja auch unsere Behinderten nicht ausgrenzen, aber weibliche Blade Runner? Das muss ja mal gesagt werden. "Es gibt sehr feminine Asperger. Sie sind eine Minderheit, aber es gibt sie."

Der weibliche Asperger scheint durch seine bloße Existenz Grenzen zu überschreiten, die andere anzukratzen zuwenig Mumm oder zuviel Verstand haben.

Fairerweise muss ich auch sagen, dass sich bei Frauen das Problem Cross-Dressing so überhaupt nicht stellt. Ich habe inzwischen gelernt, den Zwang zur Schönheit als grundlegende soziale Konvention der Neurotypischen zu achten, auch wenn ich ihn niemals verstehen werde. Abgesehen davon aber ist es anhand der gegenwärtigen unkonventionellen Modewelt einer Frau im Extremfall gestattet, herumzulaufen wie ein Waldschrat, und es wäre immer noch "Mode". In umgekehrter Richtung gilt dies hingegen nicht. Cross-Dressing scheint also nur ein spezifisches Problem der Männerwelt zu sein, auch da die gegenwärtigen Konventionen der Businessmode bei Frauen einen männerähnlichen Kleidungsstil belohnen.

Frage: Wer war der prominenteste weibliche Asperger-Autist?

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