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aspergergermany
19 March 2008 @ 02:31 pm
Der Voight-Kampff-Test  

Eine Stadt auf einem Berg kann nicht verborgen bleiben (Neues Testament).



"Nein, Doug", sagte sie nachdenklich. "Es gibt keine Sicherheit, nicht einmal in der Höheren Wirklichkeit, dass die körperlichen Dinge wirklich Substanz haben. Und was die Seele angeht, wer hat behauptet, dass das Geistige einer Person mit dem Physischen zusammenhängt? Wenn dass der Fall wäre, hätte ein amputierter Zwerg weniger Seele als ein aufgequollener Riese – in jeder Welt." (Daniel F. Galouyé, Simulacron-3 [The 13th Floor])

Ich habe ein Gespräch mit einem Geistlichen führen können. Ich bin sehr dankbar, dass er sich trotz seiner Belastungen Zeit für mich genommen hat. Trotzdem weiß ich nicht genau, was ich mir davon erwartet habe. Ich kann mich inzwischen schon nicht mehr erinnern, vor wem ich schon alles meinen Standpunkt dargelegt habe, wie oft ich die inzwischen schon sattsam bekannten gutgemeinten Ratschläge pariert habe, eine andere Sichtweise angeboten habe. Allmählich wird es zur Routine. Jedes Gespräch ist ein kleiner Schritt, um den Preis einer gewissen seelischen Auszehrung.

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz kraftlos wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werde. Ihr seid das Licht der Welt … Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, so leuchtet es allen, die im Hause sind.

Anscheinend war zur Zeit der Entstehung der Bibel das Problem Melancholie nicht unbekannt, aber unter einem anderen Namen:

Das Auge ist des Leibes Leuchte. Wenn nun dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!

Möglicherweise würden Menschen mit Transsexualität zur Konstituierung ihrer Identität einen Psychiater als Gegenspieler (advocatus diaboli) benötigen, aber wer bereits seine Identität nach außen verteidigt, ist gewissermaßen sein eigener Gegenspieler. Selbstverständlich gibt es dabei lose Enden. Irgendwann landet man auf dem toten Gleis. Aber wer kann behaupten, dass seine eigene Identität in sich absolut schlüssig ist und den Angriffen eines darauf trainierten Psychiaters ohne jegliche Abstriche standhalten würde?

Er hatte unbarmherzig gefoltert und gemordet, mit brutaler Gleichgültigkeit Reaktionswesen behandelt. Aber trug er moralisch irgendeine Schuld? Er hatte Leben auf dem Gewissen – Fuller und Collingsworth. Aber es hatte sie ja nie gegeben. Ihre einzige Wirklichkeit hatte darin bestanden, dass er ihnen durch die raffinierte Schaltung seines Simulators ein subjektives Bewusstsein verlieh.
Ich wehrte mich gegen diese demütige Haltung. Ich hatte keine Lust, für den Hall da oben als Fürsprecher aufzutreten. Er hatte gemordet – brutal und gemein. Ohne eine Spur von Mitleid hatte er diejenigen Analogwesen beseitigt, denen sich die Illusion der Wirklichkeit entschleierte. Und er hatte nicht nur Reaktionseinheiten beseitigt, sondern menschliche Wesen getötet. Denn das Bewusstsein ist der einzig wahre Maßstab des Existierens.
Cogito ergo sum, erinnerte ich mich. Ich denke, also bin ich.
So musste es sein.

(Daniel F. Galouyé, Simulacron-3 [The 13th Floor])



Erfolgreiche Aspies verkörpern häufig den Managertypus, da aufgrund ihres richtigen Geschlechts ihre Verfassung weniger auffällt. Sie haben weniger Freunde, dafür aber sehr viele Geschäftsfreunde, die ihre Schwäche überdecken. Da sie vor fremden Menschen Angst haben, werden nach innen die Familienbeziehungen durch Heimeligkeit überladen. Autistische Kinder und die Ehefrau werden durch ein double-bind aufgrund eines faktischen Machtungleichgewichts festgehalten. Deswegen haben sie als Erwachsene mehr Schwierigkeiten mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Sie suchen sich häufig übermäßig submissive Ehefrauen. Auf diese Weise pflanzt sich Autismus fort. Überlebensfähige autistische Frauen fallen hierbei aus dem Raster, und sehen sich mit sehr spezifischen Schwierigkeiten konfrontiert.

Verliert aufgrund eines kuriosen Tricks der Gesellschaft ein Android seine autistische Identität, so wandelt er sich zum Blade Runner. Gleichzeitig (die Rolle des Blade Runners wird durch gesellschaftliche Zuweisung übergeben) behält er sie, da er nach Meinung der Gesellschaft entweder nur Android oder nur Blade Runner sein kann, aber nicht beides. Von seiner früheren Existenz behält ein Blade Runner seine berufswichtiges soft skill, Replikanten zu erkennen. Der Gesellschaft ist die Identifikation der Replikanten faktisch kaum möglich, es sei denn, nur durch die Anwendung des Voight-Kampff Tests. Frage: Verletzt es nun das Berufsethos der Blade Runner, mit den Replikanten Mitleid zu haben, obwohl die Replikanten selber zum Mitleid schwer fähig sind?

Autismus als Managerkrankheit
http://karrierebibel.de/mann-o-mann-testosteron-verantwortlich-fuer-autismus/

Das Blog
 
 
Current Mood: curious
 
 
aspergergermany
15 March 2008 @ 10:32 am
Zum Kotzen  

Racing 'cross the desert
At a hundred miles an hour
To the orange side
Through the clouds and thunder

Erasure – Blue Savannah Song



Weshalb man einen Identitätswechsel niemals ohne Endokrinologen beginnen sollte (es sei denn, er setzt von alleine ein)

Eine Transsexualität, ist, anders als die öffentliche Meinung vielleicht glauben möchte, in keinster Weise vergleichbar den Faschingsprinzen beim Karneval. Transsexuelle versuchen durch den Identitätswechsel eine Situation zu entkommen, die ansonsten für sie unerträglich wäre und sich anderweitig nicht behandeln ließ. Transsexualität stellt eine unerträgliche "soziale Behinderung" da, da Transsexuelle nicht die Freunde haben können, die sie eigentlich möchten und sie mit den Freunden, die ihnen der gesellschaftliche Blick zuweist, in vielen Fällen nicht viel anfangen können.

Mehr )


Das Blog
 
 
Current Mood: sore
Current Music: Erasure – Blue Savannah Song
 
 
aspergergermany
12 March 2008 @ 09:05 am
Magenschmerzen  

Wild boys fallen far from glory
Reckless and so hungered
On the razors edge you trail
Because there's murder by the roadside
In a sore afraid new world

They tried to break us,
Looks like they'll try again

Duran Duran, Wild Boys



Im Laufe der letzten Wochen bekam ich allmählich einen immer noch anhaltenden Schmerz im Stirnbereich und Atembeschwerden, die ich zunächst für eine Erkältung hielt, weil zu der Zeit alle eine Erkältung hatten. Der Schmerz wanderte langsam in der Brust abwärts und blieb sehr lange dort, strahlte aus in die Seiten, in die Handgelenke, die Fingerkuppen und den Blutkreislauf. Dann wanderte der Schmerz vor ein paar Tagen in den Verdauungstrakt, wo er jetzt sich allmählich wieder rauslöst. Während dieser Zeit spielte meine Verdauung verrückt.


Jetzt bin ich skeptisch. )
 
 
Current Mood: sceptic
 
 
aspergergermany
10 March 2008 @ 04:09 pm
Johnny Come-Lately  

There’s talk on the street,
it’s there to remind you
That it doesn’t really matter
which side you’re on.
You’re walking away
and they’re talking behind you.
They will never forget you
till somebody new comes along.



Ich will ja niemandem was unterstellen, aber ich glaube mein Seelsorger könnte eventuell die Flocke gemacht haben.

Es gibt Tage, da ist es ein wenig hart, ein Asperger zu sein.

There’s talk on the street, it sounds so familiar.
Great expectations, everybody’s watching you.
People you meet they all seem to know you,
Even your old friends treat you like you’re something new.

Johnny Come-Lately, the new kid in town,
everybody loves you, so don’t let them down.


Das Blog
Tags:
 
 
Current Mood: indescribable
 
 
aspergergermany
06 March 2008 @ 01:35 pm
Aspies in der Christenlehre  

I had some dreams
They were clouds in my coffee
Clouds in my coffee and....

You're so vain
You probably think this song is about you
You're so vain
I'll bet you think this song is about you
Don't you? Don't you?

Carly Simon – You’re so vain



Ich war bei einem Geistlichen und habe ihn über die Haltung der Kirchen zur Transsexualität befragt.

Ich soll nächsten Montag wiederkommen.

Das Ganze erinnert mich irgendwie an einen Sketch von Rowan Atkinson [Mr. Bean], Tischreden bei einem Hochzeitsbankett. Es reden bei diesen Ansprachen zunächst der Brautvater, dann der Trauzeuge des Ehemannes und zu guter Letzt der Pfarrer, der der Braut einen christlichen Ehevorbereitungskurs erteilt hatte.


… and then, she asked me: Father, what’s the Church’s position towards fellatio? And I said: Daughter, I would like to answer, but unfortunately I don’t know what fellatio is. So, she showed me.

And now, every time a bride asks me: Father, what’s the Church’s position towards fellatio? I say: Daughter, I would like to answer, but unfortunately I don’t know what fellatio is …


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Current Mood: determined
 
 
 
 

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