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aspergergermany
10 March 2008 @ 02:33 pm
Das Neurotypische Syndrom  
Frage: Wie kann man einen extrovertierten Mathematiker von einem introvertierten unterscheiden?



Das neurotypische Syndrom ist eine komplexe und tiefgreifende neurobiologische Störung, ausgelöst durch genetische Veranlagung und ungünstige Umweltverhältnisse. Die Symptome sind: Übertrieben geselliges Verhalten, Überlegenheitswahn und eine Fixierung auf Konformität. NTs können nicht gut alleine sein. Sie verhalten sich typischerweise intolerant, agieren zwanghaft in Gruppen und bestehen oft auf funktionsgestörten, destruktiven und sogar unmöglichen Ritualen, nur um die Gruppenidentität aufrecht zu erhalten. NTs haben ein Problem, selbständig zu denken und direkt zu kommunizieren. Diese Störung stellt eine ernstzunehmende seelische Behinderung dar. NTs lügen beispielsweise viel mehr als Personen aus dem gesunden autistischen Spektrum. Tragischerweise haben 9 625 von 10.000 Menschen NT. Es handelt sich also um eine sehr ernsthafte Störung, die der kognitiven Verhaltenstherapie bedarf, um den Betroffenen ein menschenwürdigeres Dasein und eine bessere Akzeptanz in der Gesellschaft zu ermöglichen.



Frage: Wie kann man einen extrovertierten Mathematiker von einem introvertierten unterscheiden?
Der extrovertierte Mathematiker schaut auf Deine Füße, wenn er mit Dir spricht.





Viele halten Windows 2000 für Dreck und ich habe herausgefunden warum. Es steht schwarz auf weiß da: built on NT technology.

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aspergergermany
11 February 2008 @ 09:50 pm
Neues von der Aspergerfront  
Mein Berater ist krank. Letzten Donnerstag, als ich mit ihm gesprochen habe, sah er noch stockgesund aus. Ich kann natürlich nur nicht zu bestätigende Vermutungen anstellen, aber letzten Donnerstag habe ich in seinem Beratungszimmer gesessen und die große Menschenrechtsansprache gehalten. Wir sind nicht verrückt. Wir sind eine 'neue Art' von Menschen. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach handelt es sich nämlich bei Asperger nicht um eine Geisteskrankheit, sondern in den allermeisten Fällen um eine subtilere Form der Transsexualität. Wahrscheinlich habe ich meinen Berater damit einfach von den Socken gehauen. Denn wenn man einer Person, die sich durch eine Operation an ihr Wunschgeschlecht annähert, bestätigt, "Jetzt bist du wirklich Mann/Frau", dann schwingt darin immer ein gewisser Grad gemeinsame Fiktion mit.

Das Wunschgeschlecht ist ein Idealbild, dem man immer nur nachjagen kann, das man aber nicht wirklich erreicht. Ein Berater, der nun professionell "zu operierende Transsexuelle" berät und ihnen durch gemeinsame Übereinkunft ihr Wunschgeschlecht bestätigt, erleidet wahrscheinlich den Schock seines Lebens, wenn er nun einer Person gegenübersteht, die 'tatsächlich transsexuell' (=neurologisch androgyn) ist.

Möglicherweise ist er ja nach Hause gegangen und macht sich nun Sorgen über die Asperger. Ich würde ihn jedenfalls so einschätzen und ich hoffe es. Vielleicht irre ich aber auch, und mein Berater hat lediglich einen Schnupfen, und alles was ich sonst noch gesagt habe, träfe auch sonst nicht weiter zu.

Ich habe hingegen viele freundliche Menschen kennen gelernt, für meine bescheidenen Begriffe schon fast eine Menschenansammlung. Ich habe auch endlich brauchbare Bücher gefunden, Verhaltenstips für das Coming Out von Schwulen – Themen, mit denen ich weiß nicht warum, endlich identifizieren kann. Ich kann dies nicht begründen, aber Wer heilt hat recht, lautet der älteste Grundsatz der Mediziner. Leider kann man solche Bücher auf dem bürgerlichen Büchermarkt überhaupt nicht bzw. nur unter der Hand bekommen, mit so unberechtigten wie verführerischen Ruch der Schmuddelecke. In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Dann sehe ich diese scheinheiligen Poster, welche eine gutbürgerliche Welt anpreisen, in der Menschen wie wir keinen Platz haben sollen. Was ist das für eine Gesellschaft, die seelisch gesunde Menschen eher in die Psychiatrie schickt, als ihnen zu helfen? Und welche gesellschaftliche Norm kann so wertvoll sein, dass sie es rechtfertigt, dass Menschen in ihrem Namen missachtet und gebrandmarkt werden, und dies alles im Namen der Menschenwürde und der Behindertenintegration?

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Current Mood: irate
 
 
aspergergermany
04 November 2007 @ 05:44 pm
Asperger und ADHS als Jungskrankheit - Dyskalkulie  
Frage: Ist Asperger eigentlich eine seelische Behinderung?

"Asperger" scheint im öffentlichen Bewußtsein so langsam "Schizophrenie" als Synonym für Geisteskrankheit abzulösen. Die Listen mit Diagnosekriterien passen doch irgendwie auf jeden, oder? Sind wir nicht alle ein bißchen Asperger? Auch dank Dustin Hoffman in schauspielerischer Darstellung eines "tief in seiner eigenen Welt gefangenen" Menschen in Rain Man scheint irgendwie jeder "das Eierkopf-Syndrom" beurteilen zu können, auch wenn keiner so richtig weiß, was es eigentlich ist. Wir erfreuen uns mit als Mitleid getarntem wohligen Gruseln an Dustin Hoffmann als babelnder Rechenmaschine und weiden uns mit stiller Genugtuung daran, dass wir zumindest wissen, dass eine Tafel Schokolade keine hundert Dollar kostet. Gott sei dank sind wir in der Geschichte nicht Dustin Hoffman; Gott sei dank sind wir in der Geschichte eher Tom Cruise.*

Autismus gilt im öffentlichen Bewußtsein damit als "Jungs-" oder "Mathekrankheit". Bei der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizitstörung / Asperger wird vielfach angenommen, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Bewegungsfähigkeit / Bewegungsdrang und der Fähigkeit zur Einordnung in Gruppen [vgl. Stellungnahme zur 'Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS)'- Langfassung] [1], ein Problem, das sich gravierend bei Jungs auswirken kann, etwa in der Schule:

"Der Unterricht erfordert zu 90% der Zeit Stillsitzen, geistige Konzentration und Unterdrückung der Motorik und der Bewegungsimpulse. Darüber hinaus wird rezeptives Verhalten gefördert und gefordert, da die Schüler zu über 95% der Zeit zuhören und aufnehmen anstatt zu sprechen und sich in Bewegung auszudrücken. Die traditionelle Lernform ist für Mädchen besser annehmbar als für Jungen, denn ihr Wunsch nach Bewegung, nach Ausdruck und Kräftemessen, der Wunsch nach Lernen über die Aktion ist weniger ausgeprägt …. So verwundert es nicht, dass die Diagnose ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) bei Jungen etwa dreimal häufiger als bei Mädchen gestellt wird. Vielleicht ist die sogenannte Hyperaktivität aber gar keine Krankheit, sondern zeigt lediglich, dass Jungen einen verstärkten Drang nach wilden Bewegungen und der Erprobung ihrer Kräfte haben. Besser wäre es hier, das Schulsystem den Jungen anzupassen anstatt ihnen ihre Aggression und Bewegungsimpulse abzugewöhnen. Denn der Selbstwert der Jungen leidet enorm darunter.“ [2]

Vergleichbares gilt unabhängig vom Geschlecht aber auch bei Aspergern. Es liegt auf der Hand, dass sich bei Aspergern weiblichen Geschlechts diese Rollenerwartung noch weitaus schwerwiegender auswirken kann, zum einen, da sie ohnehin nicht „fügsam“ sein können und zum zweiten noch als Mädchen mit einwer doppelten Belastung fertig werden müssen. Sie müssen zum einen „brav“ sein und zum anderen gilt: - „ein Mädchen macht das nicht“. Zudem geistert das Klischee vom Asperger als Mathe-bot durch die Medien (Rain Man), welches in den meisten Fällen bei Asperger-Frauen gerade nicht zutrifft. Sprachlich begabte Männer, die sich als Politiker oder Manager mit zwei linken Händen durchs Leben schlagen, haben nicht mit dem Stigma einer angeblichen „seelischen Behinderung“ zu kämpfen, da Ungeschicklichkeit bei Männern als niedliche Eigenschaft gilt, die den Mutterinstinkt auslöst.

Ich plädiere nicht dafür, das Faustrecht auf dem Schulhof wieder einzuführen bzw. durchzusetzen. Ich möchte aber auch nicht, dass die politische Korrektheit zu Ungunsten einer ganzen Klasse von Menschen zuschlägt. Ich würde mir wünschen, dass betroffene Asperger sich in geeigneten Bereichen, wie z. B. im musikalischen oder tänzerischen Bereich, persönlich Linderung verschaffen können. In einer Welt aber, in der von Plakatwänden glotzende Down-Syndrom-Personen und den einzelnen beständig daran erinnern, wie er zu sein hat, gefährdet ein übertriebener Schutz der Freiheit die Freiheit selber und verkehrt sie in Gegenteil. In den USA gilt, die „Rasse“, in Deutschland die „Behinderung“ als ethischer Lackmustest gesellschaftlicher Mehrheitsentscheiduingen. Ich hoffe im Interesse aller Menschen, dass das Mysterium der weiblichen Asperger ein wenig dabei hilft, politisch unpopuläre Geschlechtermythen in Zeiten der "Gleichberechtigung" ein wenig differenzierter zu sehen. Ansonsten könnte eine Zeit anbrechen, in der 50 % der Bevölkerung „seelisch behindert“ sind.

[1] - http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3161.3163.3166

[2] - http://www.tantra.de/news/382/alpha-maedchen/

Weitere Fragen ...
___________________

* Eine gute Darstellung des Gefühlslebens, die Asperger außergewöhnlich nahekommt, ist z. B. "Heiße Nächte in Las Vegas" / "The Winner" aus dem Jahre 1996 - "Eine Gang von Losern, angeführt von Trickbetrüger Joey, gedenken, die jeder rationalen Erklärung spottende Glückssträhne des ebenso naiven wie bescheidenen Philip für sich selbst in klingende Münze zu verwandeln. Die einen versuchen es mit List, die anderen mit Druck, doch als es schließlich darauf ankommt, nimmt das Rattenrennen eine unverhoffte Wendung." - [ http://www.conrad.de/TV-SAT-DVD/the_winner_heisse.sap ]
 
 
 
 

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