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aspergergermany
10 March 2008 @ 02:33 pm
Das Neurotypische Syndrom  
Frage: Wie kann man einen extrovertierten Mathematiker von einem introvertierten unterscheiden?



Das neurotypische Syndrom ist eine komplexe und tiefgreifende neurobiologische Störung, ausgelöst durch genetische Veranlagung und ungünstige Umweltverhältnisse. Die Symptome sind: Übertrieben geselliges Verhalten, Überlegenheitswahn und eine Fixierung auf Konformität. NTs können nicht gut alleine sein. Sie verhalten sich typischerweise intolerant, agieren zwanghaft in Gruppen und bestehen oft auf funktionsgestörten, destruktiven und sogar unmöglichen Ritualen, nur um die Gruppenidentität aufrecht zu erhalten. NTs haben ein Problem, selbständig zu denken und direkt zu kommunizieren. Diese Störung stellt eine ernstzunehmende seelische Behinderung dar. NTs lügen beispielsweise viel mehr als Personen aus dem gesunden autistischen Spektrum. Tragischerweise haben 9 625 von 10.000 Menschen NT. Es handelt sich also um eine sehr ernsthafte Störung, die der kognitiven Verhaltenstherapie bedarf, um den Betroffenen ein menschenwürdigeres Dasein und eine bessere Akzeptanz in der Gesellschaft zu ermöglichen.



Frage: Wie kann man einen extrovertierten Mathematiker von einem introvertierten unterscheiden?
Der extrovertierte Mathematiker schaut auf Deine Füße, wenn er mit Dir spricht.





Viele halten Windows 2000 für Dreck und ich habe herausgefunden warum. Es steht schwarz auf weiß da: built on NT technology.

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aspergergermany
23 February 2008 @ 12:57 pm
Neuroethik - Eine neue Wissenschaft  
In der so Autismus-typischen Disziplin "Wissen, das die Welt nicht braucht" bin ich auf eine neue Wissenschaft gestoßen, die im angeblich so scharfen Grenzbereich zwischen "harten" Naturwissenschaften und "schwammigen" Geisteswissenschaften im Verborgenen blüht. Die Neuroethik untersucht, praktisch ausgedrückt, ob es beispielsweise richtig ist, Aspergern Ritalin zu geben bzw. andere Patienten mit Psychopharmaka vollzustopfen, damit sie gesellschaftlich "funktionieren".

Ein interessanter Blogeintrag, den ich gefunden habe, beschäftigt sich mit der Frage anhand des Inselbegabten Kim Peek (irgendwie ein Bruder im Geiste) und vergißt auch nicht, den bereits hier genannten Blade Runner-Autor Philip K. Dick zu erwähnen.

Habe zum Dritten einen WDR-Beitrag über das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom angeschaut, den ich als sehr tendenziös empfand. In dieser Sendung wurden u. a. betroffene Kinder mit der Videokamera begleitet. Da man ADS [und Asperger] von außen nicht ansehen kann, konnte man damit u. U. bei Lieschen Müller den Eindruck erwecken, dass man hier "gesunde Kinder" mit Medikamenten quäle, als Folge einer gigantischen Weltverschwörung der Hersteller von Ritalin. Anscheinend könne man keine Unterschiede im Gehirn von ADS-Betroffenen und Neurotypischen entdecken. Was ist aber, wenn die Medizin von einem falschen Ansatz ausgeht? Das Gehirn scheint ja in Analogie eher dem Internet zu entsprechen und weniger einer Chemiefabrik. Bits und Bytes sind nicht körperlich, dennoch existieren sie. Die Tatsache, dass Sie jetzt ein Hilfsmittel benutzen, das auf Bits und Bytes basiert, macht die Existenz der Bits und Bytes evident.

ADS/Asperger/Autismus ist erst ab Anfang der 1990er bis in die 2000er ganz allmählich ins öffentliche Bewußtsein gelangt in der Folge des Versuches, Ritalin in den Markt zu drücken. Für mich kam diese Hilfe zehn Jahre zu spät. Obwohl ich Medikamente aus ethischen Gründen ablehnen würde, ist es nur dem Marketingfeldzug für Ritalin zu verdanken, dass [auch] ich nicht länger mit dem Problem ohne Namen im stillen Kämmerlein leben muß, sondern überhaupt als Asperger sprechen kann. Was war also zuerst da, das Ei oder die Henne? Schadet das kapitalistische Interesse der Pharmaunternehmen den Betroffenen, oder ist es hilfreich für sie?

Neuroethik
http://de.wikipedia.org/wiki/Neuroethik

Ethische Fragen zur Behandlung von Autismus-Betroffenen
http://www.mindsharing.de/blog/2007/08/29/inselbegabung-und-neuroethik/

WDR-Infos über ADS
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2008/0219/004_adhs.jsp

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aspergergermany
07 December 2007 @ 10:35 pm
Autisten sind Simulanten - Oder: Wie man einen Asperger so richtig fertigmacht  
Frage: Ich habe einen Asperger in meiner Klasse und möchte ihn gerne ärgern. Ich weiß aber nicht, wie ich das anstellen soll. Einen Rollstuhlfahrer kann man ja wenigstens noch die Treppe runterschubsen, aber wie mache ich eigentlich einen Autisten fertig? Asperger sind ja immer so unnahbar, die reden ja nicht mal.


Hierzu eine kleine Geschichte, die natürlich frei erfunden ist:

Liebe Klasse, nachdem wir in der letzten Stunde den Buchstaben C wie Champion behandelt haben, kommen wir in dieser Stunde zum nächsten Kapitel. Bitte schlagen Sie Ihre Lehrbücher auf S. 43 auf. Was steht da? Richtig, D wie Demütigung. Wer kann mir sagen, was eine Demütigung ist?

Zunächst müssen wir definieren, was in der Wissenschaft unter einer Demütigung zu verstehen ist. Zum Mitschreiben: "Demütigende Bemerkungen oder Handlungen zielen darauf ab, eine Person in ihren Gefühlen zu verletzen, sie zu verärgern, wütend zu machen oder zu erniedrigen." – Da Demütigen per Definition dazu dient, Leute dazu zu bringen, sich schlecht zu fühlen, handelt es sich offenbar um unsensibles Verhalten. Personen, die dieses unsensible Verhalten zeigen, können trotz ihrer hohen, manchmal sehr hohen Intelligenz leider niemals … ach, vergessen wir das lieber. Wiederholen wir lieber noch einmal: Also, verständnisvolles Verhalten ist empathisch; unempathisches Verhalten ist das Gegenteil davon.

Lesen wir nun gemeinsam den Abschnitt, der auf der S. 50 unten beginnt. Was ist das Thema dieses Absatzes? Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom? Sehr gut, steht ja auch dort geschrieben. Bitte lesen Sie uns die Absätze laut vor:

"Mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder "ADIDAS", wie man es heute nennt, ist eine Krankheit, die zu mangelnder Konzentrationsfähigkeit führt. Letzterer Begriff suggeriert natürlich schon von ganz allein, dass der Mensch einen ganz bestimmten Vorrat davon hat und dass es eine ganz bestimmte Menge an Konzentrationsfähigkeit gibt, die 'genau richtig' ist. Das bedeutet einerseits, dass einem die Konzentrationsfähigkeit durchaus ausgehen kann, und andererseits, dass man auch zuviel davon haben kann, obwohl es ja keine Krankheit gibt, die man als 'übermäßige Konzentrationsfähigkeit' bezeichnet – zumindest so lange nicht, wie sich kein Medikament zu deren Bekämpfung auf dem Markt befindet. Menschen, die behaupten, an "ADIDAS" zu leiden, nehmen ihre Krankheit sehr ernst und führen alles von vergeigten Prüfungen bis hin zu gescheiterten Beziehungen auf sie zurück.

Man sollte meinen, es wäre leicht, dieses Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Immerhin haben wir es hier mit einer Krankheit zu tun, für die es keine objektiven Messwerte zur Kategorisierung der Patienten gibt, sondern lediglich eine Liste mit Symptomen, die so vage sind, dass die Vertreter in den Vorstandsetagen der Pharmakonzerne feuchte Slips kriegen und jeden Tag, den Gott werden lässt, neue Medikamente zur Behandlung dieser Krankheit auf den Markt werfen.

Das Schwierigste an der Demütigung von Personen, die unter "ADIDAS" 'leiden', ist jedoch, dass sie immer eine Ausrede haben, denn wie alle Menschen lieben sie nichts mehr, als äußere Faktoren für eigene Unzulänglichkeiten verantwortlich zu machen… Verstehen Sie? Jeder hat das Zeug zum Opfer!

Auch wenn es schwer ist, zu diesen melodramatisch Leidenden durchzudringen, so ist es doch nicht unmöglich. Beginnen Sie zunächst mit einer starken, provokanten Aussage wie: 'ADIDAS gibt es nicht. ' Sinngemäß wird man Ihnen so was entgegnen wie: 'Aber meine Mutter hat es auch, ich hab's von ihr.' Beachten Sie bitte, dass in dieser Antwort keinerlei Aussage steckt, vielmehr wird nur die ursprüngliche Behauptung noch einmal wiederholt. Bestehen Sie folglich auf eindeutigen Beweisen, dass die betreffende Person tatsächlich an "ADIDAS" leidet. Es mag hilfreich sein, darauf hinzuweisen, dass selbst der Hersteller eines beliebten Arzneimittels, das zur Behandlung von "ADIDAS" eingesetzt wird, auf seiner Website schreibt: 'Die genaue Wirkungsweise des Medikaments ist nicht bekannt.'

Haben Sie Ihre Zielperson erst einmal in die Ecke gedrängt, hören Sie sofort auf und machen Sie Zugeständnisse. Das mag Ihnen gegen den Strich gehen, ist aber die notwendige Voraussetzung" – Oh, ich sehe gerade, die Stunde ist gleich zu Ende. Bitte lesen Sie bis nächste Woche das gesamte Kapitel noch einmal von Anfang bis Ende, unterstreichen Sie jedes dritte Wort rosa und reden Sie darüber, was Sie dabei gefühlt haben. Nächste Woche schreiben wir darüber eine Klassenarbeit.

***

nach: Maddox: "Das Alphabet des echten Mannes", ISBN 978-3-453-49509-7

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Current Mood: snarky
 
 
 
 

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